Pusteblume: mehr als nur Hasenfutter – Löwenzahn unterstützt die Verdauung
Im Garten auf der schönen grünen Wiese ist Löwenzahn manchen ein Dorn im Auge. Am Wegesrand übersehen viele schlichtweg das gelb blühende (Un)Kraut. Kleine Kinder hingegen freuen sich über die fliegenden Samen der Pusteblume.
Und die Pflanze hat ihre guten Seiten: Als Küchen- und Heilpflanze leistet sie wertvolle Dienste. Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Löwenzahns sind Inulin, Cholin, Ascorbinsäure, Nicotinsäure, Retinol, Harze, Triterpene (Taxasterolderivate), ein hoher Kaliumgehalt sowie die Bitterstoffe Taraxacin, Taraxacerin, Taraxasterol und Taraxerol.
Die botanisch Taraxacum officinale genannte Pflanze aus der Familie der Korbblüter regt zum Beispiel mild den Gallenfluss an und lindert Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl, Blähungen und Appetitlosigkeit. In der Volksheilkunde wird sie auch bei Rheuma eingesetzt. Junge Löwenzahnblätter lassen sich feingeschnitten als Salat oder Kräuterzusatz verwenden. In geringen Mengen ist sogar der Stängel durchaus gesund. Löwenzahnsalat regt die Verdauung an und ist dank seiner vielen Vitamine gut für die Haut. Wem die Blätter zu bitter sind, der legt sie kurz in lauwarmes Wasser oder lässt den angerichteten Salat bis zum Servieren etwa eine halbe Stunde stehen. Das reduziert die Bitterstoffe. Für einen Löwenzahntee werden Blätter und Wurzel genutzt. Für die Zubereitung werden ein bis zwei Teelöffel mit einem Viertelliter kaltem Wasser übergossen, kurz aufgekocht und nach 10 Minuten abgeseiht. Löwenzahn wirkt zudem stark harntreibend, weshalb man ihn in Süddeutschland auch „Bettseicherle“ oder „Seichkraut“ nennt.
Der Milchsaft des Löwenzahns in Stängeln und Blättern wurde früher zur Behandlung von Augenkrankheiten verwendet. Mit der Milch behandelt man in der Volksmedizin zudem erfolgreich Warzen. Nach Angaben der Informationszentrale für Vergiftungen der Universität Bonn kann es beim Verzehr größerer Mengen durch die Bitterstoffe, Harze und Triterpene im Milchsaft der Pflanze zu Magen-Darm-Beschwerden mit Bauchschmerzen, Brechreiz und Durchfall kommen. Eine kritische Dosis der Giftstoffe im Löwenzahn ist jedoch nicht bekannt.
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