Erhöhte Nickel- und Bleigehalte bei Kaffee- und Espressovollautomaten festgestellt – Vor der Inbetriebnahme und nach dem Entkalken Geräte gut spülen – Keine Gesundheitsgefahr für Verbraucher

Datum Dienstag, 16.Oktober 2007 von ms/tf

Wie das baden-württembergische Verbraucherministerium am Mittwoch (10. Oktober) in Stuttgart mitteilte, wurden bei verschiedenen Kaffee- und Espressovollautomaten erhöhte Nickel- beziehungsweise Bleigehalte festgestellt. Für die Verbraucher besteht keine Gesundheitsgefahr. Bei Menschen, die besonders viel Kaffee trinken (ein Liter oder mehr pro Tag) und die an einer Nickelallergie leiden, kommt es durch die festgestellten Werte zu keiner Verstärkung der Symptome.

Die Hersteller der betroffenen Geräte haben großteils sofort reagiert und zur Minimierung beziehungsweise Vermeidung der Nickel- oder Bleiabgabe die belasteten Teile durch nickel- / bleifreie Bauteile ersetzt sowie zusätzliche Spülprogramme nach dem Entkalken eingeführt.

Bei sieben (41 Prozent) von 17 Kaffee-/Espressovollautomaten konnte eine Nickelabgabe deutlich über 0,1 Milligramm pro Liter (mg/L) Kaffee beziehungsweise Heißwas-ser nachgewiesen werden. Bei zwei Kaffee-/Espressovollautomaten lag die Nickelabgabe geringfügig über 0,1 mg/L. Erhöhte Nickelgehalte wurden vor allem nach dem Entkalken nachgewiesen (siehe Zusatzinformationen / Abbildung).

Bei drei Maschinen verschiedener Hersteller wurden erhöhte Bleigehalte in den Proben beim erstmaligen Gebrauch sowie nach dem Entkalken festgestellt. Nach längerem Gebrauch geben die Maschinen nur noch wenig Nickel beziehungsweise Blei ab. Dies liegt daran, dass sich im Lauf der Zeit eine schützende Kalkschicht auf den Rohrleitungen bildet. Wird diese durch den Entkalkungsvorgang entfernt, gelangt wieder vermehrt Nickel beziehungsweise Blei von dem verantwortlichen Bauteil in das Kochwasser und damit in den Kaffee. Verbrauchern, die auf Nummer Sicher gehen wollen, kann geraten werden, nach dem Entkalken lieber einmal mehr nachzuspülen und die ersten drei Tassen Kaffee oder Wasser wegzuschütten.

Insgesamt wurden 17 Maschinen verschiedener Hersteller untersucht. Dabei wurden sowohl der zubereitete Kaffee, als auch das heiße Wasser oder der Dampf auf das Vorhandensein von Nickel und Blei getestet. Die Untersuchungen wurden bei den Maschinen jeweils bei erstmaligem sowie nach längerem Gebrauch durchgeführt. Anschließend wurden die Maschinen, soweit bekannt nach Herstellerangaben, entkalkt und erneut untersucht.

Für das Kontaktallergen Nickel gibt es Grenzwerte für bestimmte Gegenstände, die mit der Haut in Kontakt kommen, zum Beispiel für Schmuckstücke und Ohrstecker. Für die Abgabe von Nickel aus Gegenständen, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen und für das Schwermetall Blei hat sich der Europarat auf eine Leitlinie geei-nigt, nach der von Gegenständen aus Metall maximal 0,1 mg Nickel auf 1 Liter (be-ziehungsweise kg) Lebensmittel übergehen dürfen. Die Verwendung von Blei ist nach diesen Leitlinien nicht zulässig.

Eine Verbraucherbeschwerde über Metallblättchen in Teewasser aus einem Kaffeevollautomaten, wie er in vielen Haushalten heute steht, nahm das Zentrallabor für Bedarfsgegenstände in Baden-Württemberg, das Chemische und Veterinäruntersu-chungsamt Stuttgart (CVUA Stuttgart) zum Anlass, Kaffee- und Espressovollautomaten verschiedener Hersteller auf ihre Schwermetalllässigkeit zu testen. Untersucht wurden Kaffee-/Espressovollautomaten des mittel- bis hochpreisigen Segments, die teilweise neben Kaffee beziehungsweise Espresso auch Heißwasser (beispielsweise für die Teebereitung) und Heißdampf zum Aufschäumen von Milch für Cappuccino bereiten können.

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